Interview mit Clara Salarich

„Ich habe schon als Kind verstanden, warum die EU wichtig für den Frieden und die Stabilität unserer Gesellschaften ist.“

 

Europa braucht Helden: Auch beim Großhandel ist man sich dessen bewusst. Clara Salarich ist gebürtige Spanierin und arbeitet für die METRO AG – ein deutsches Unternehmen – in Brüssel. Als Privatperson und als Head of Public Policy EU weiß sie von den Vorzügen der EU aus verschiedenen Perspektiven zu berichten. Dabei spielt der Dialog für sie eine zentrale Rolle, um das Potenzial der Europäischen Union ausschöpfen zu können. Gleichzeitig betont sie, dass die Tätigkeiten der METRO AG in Europa ohne den gemeinsamen Binnenmarkt erheblich erschwert – wenn nicht gar unmöglich – wären.

Sie sind gebürtige Spanierin, arbeiten für ein Unternehmen aus Deutschland in Brüssel und kennen daher viele verschiedene Seiten von Europa und der Europäischen Union. Welche Aspekte der europäischen Gemeinschaft sind Ihnen am wichtigsten? 

Im Allgemeinen sind mir alle Maßnahmen, die einen Austausch zwischen Bürgern aus verschiedenen Ländern und Kulturen ermöglichen, am wichtigsten. Zu nennen sind hier beispielsweise Eramus+ oder die Möglichkeit, Berufserfahrung zu sammeln und in anderen EU-Ländern zu arbeiten, ohne dass eine Arbeitserlaubnis erforderlich ist. Nur durch diesen Austausch und einen kontinuierlichen Dialog erschaffen wir eine gemeinsame Grundlage für die europäische Gemeinschaft. 

Welche Erfahrungen haben ihr Verständnis von Europa geprägt? Und inwieweit prägt dieses Verständnis Ihre Arbeit bei der METRO AG?

Als ich noch ein kleines Baby war, ist mein Heimatland der Europäischen Union beigetreten. Ich kenne keine andere Realität als ein demokratisches und offenes Spanien. Allerdings haben meine Eltern mir Geschichten von „dunkleren Zeiten“ erzählt. Deshalb habe ich schon als Kind verstanden, warum die EU wichtig für den Frieden und die Stabilität unserer Gesellschaften ist. Danach habe ich im Ausland studiert, in verschiedenen Ländern gelebt… bis heute bei meiner derzeitigen Arbeit. Ich habe das große Glück, die METRO AG, die sich ganz klar gegen populistischen Protektionismus und Nationalismus einsetzt, in Brüssel zu vertreten. 

Die METRO AG ist als Handelskonzern international tätig. Auf welche Weisen profitiert die METRO AG von der EU? Welche EU-Regelungen könnten verbessert werden?

Ohne die vier Säulen des Binnenmarktes, d.h. die Freizügigkeit von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital wäre unser internationales Geschäft in den 15 EU Ländern, in denen METRO tätig ist, praktisch unmöglich! Allerdings ist der Binnenmarkt noch nicht perfekt und wir müssen weiter an seiner Vollendung arbeiten. Viele Handelshemmnisse stehen noch im Weg – und dies nicht nur auf europäischer, sondern auch auf nationaler Ebene, wo wir einen zunehmenden Trend von protektionistischen Maßnahmen feststellen müssen.

Unsere Kampagne sucht nach Heldinnen und Helden für Europa, die sich aktiv zur EU bekennen. Was tun Sie, um zu dem Gelingen der europäischen Idee beizutragen?

Ich habe am Anfang dieses Interviews über Dialog gesprochen. Das finde ich am wichtigsten: Mit unseren Freunden, Eltern und Mitbürgern müssen wir sehr offen sprechen und diskutieren: Was geht mich die Europäische Union an? Warum lohnt es sich, Teil dieser Gemeinschaft zu sein? Natürlich müssen wir nicht kritiklos bleiben, in der Diskussion geht es auch um Reformen! Aber es handelt sich vor allem um das Wesentliche: Unsere Zukunft in einem starken, demokratischen Europa mitzugestalten. 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

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